Demo gegen Studiengebühren


Als ich diesen Mittwoch (13.6.) um 8.15 Uhr mein Mathe-Tutorium in der Uni besuchen wollte, stand ich vor verschlossenen Türen. Alle Eingänge ins Gebäude waren mit Bänken oder sonstigem sperrigen Zeug zugestellt, die Türgriffe zusätzlich mit Fahrradschlössern verriegelt. Der Grund dafür war ein von der studentischen Vollversammlung beschlossener Streik anlässlich der Einführung von Studiengebühren in Höhe von 500 Euro seit diesem Sommersemester. Mich beeinträchtigen die Beiträge weniger, da ich glücklicherweise zu den "sponsored-by-Papi-Studenten" gehöre :) Ich kam mir also erstmal ziemlich verarscht vor, als wir da so blöd vor der Uni rumstanden. Zum Glück kam aber bald son Typ mit nem Hammer an, der die Fahrradschlösser gewaltsam entfernte, so dass ich doch nicht umsonst um 7 Uhr aufgestanden bin. Nachmittags war dann Großdemo in der Augsburger Innenstadt angesagt. Solidarisch wie ich bin, bin ich natürlich mitmarschiert und hab ein Schild gebastelt, versehen mit meinem ausdrucksstärksten Spruch: OMSN! Nach diversen Kundgebungen am Rathausplatz marschierten wir quer durch die Innenstadt, begleitet von einem mit Boxen bestückten LKW, so dass "Love-Parade Feeling" aufkam. Die Polizei war uns sehr behilflich in dem sie alle Straßen sperrte und uns so den Weg frei machte. Nach einem Stop mit weiteren Kundgebungen u.a. von den Grünen am Stadttheater gings über den Hauptbahnhof zum Königsplatz, wo sich ein paar Studenten dachten, lass mal nen Sitzstreik machen und den Stadtverkehr aufhalten. Nach ca. 20 Minuten rückte die Polizei aus und löste den Spaß gewaltsam auf, wobei ein Demonstrant vorübergehend festgenommen wurde. Er hatte nem Polizisten eine Bierdusche verpasst. Hier ne kleine Gallery die das eben beschriebene bildlich untermalen. Danke Svenja für die Fotos! Wens interessiert, hier ein objektiver Bericht der Augsburger Allgeimen Zeitung über die Demo. Protestieren checkts, mach ich ab jetzt öfter =)

5 Responses to "Demo gegen Studiengebühren":

Krasse Sache gewesen diese Demo! Wollen wir hoffen, dass es was gebracht hat... Sonst hat nur OMSN gerockt :D
flow
Schönes ding..omsn 4 president
simon
jo, nice pics. auch wenn du das thema damit bisschen laecherlich machst. ich find die 500 euro studiengebuehren nicht schlimm. was sind schon 500 euro. der spruch, man braeuchte fuer das geld reiche eltern ist auch mal ein witz von irgendwelchen faulen punkern auf deren meinung ich nichts g3b3. sache ist eher, dass damit ein weg weg von der bildungsfreiheit eingeschlagen wird und ich mich frage, wo wir damit in 10 jahren oder mehr sind. ich wuerde mich schon freuen wenn ich fuer meine kinder nicht amerika maessig meine lebensversicherung verkaufen muesste. hier kostet das studieren uebrigens etwa 4000$ im jahr bei einem lohnniveau von etwa einem drittel des in de und jemandem erzaehle wies bei uns zz abgeht wegen den studiengebuehren schaut er mich bloed an und denkt ich will ihn verarschen...
Jo, prinzipiell stimm ich dir schon zu, auf der anderen Seite kostet aber in Chile oder Amerika der scheiß Führerschein auch keine 2000+ Euro. In New York ist U-Bahn fahren billiger als in München. Es gibt noch mehr vergleichbare alltägliche Dinge, die hier wesentlich teuerer sind als in Ländern mit extrem hohen Studiengebühren. Ich kann schon nachvollziehen, dass Studenten die bisher mit ihrem 400-Euro Nebenjob grad so über die Runden kamen nun über die zusätzliche Belastung verärgert sind. Bei jedem Einschnitt ins Gratis-Leben gibts Proteste. Hier noch ein krasser Text von meinem Dad bezüglich dem Thema:

Es ist natürlich ärgerlich, dass Studiengebühren anfallen. Im internationalen Vergleich ist das aber wenig hier in Deutschland. Die sozial Schwachen können über Stipendien und Befreiungen (angeblich sind 1/3 der Studenten aufgrund ihrer sozialen Lage ohnehin befreit) abgefedert werden. Natürlich soll die Chancengleichheit darunter nicht leiden. Andererseits zahlt der Staat den Lehrlingen nichts, warum sollen die Hochschüler für ihre Ausbildung voll subventioniert werden? Auch mit Studiengebühren kostet angeblich ein Studienplatz immer noch zwischen 15.000 und 40.000 (Medizin, Pharmazie) Euro pro Semester, die der Staat aufbringt. Entscheidend ist für mich, dass die Studiengebühren wirklich an die Uni fließen und dass sie dort für mehr Räume, EDV, Bücher, etc. eingesetzt werden. Hier kann man mal nachfragen. Habe gelesen, dass die Studiengebühren gar nicht in vollem Umfang ausgegeben worden sind. Aber einen generellen Boykott halte ich für wenig sinnvoll. Studiengebühren richtig eingesetzt machen Unis unabhängiger von irgendwelchen ministeriellen Vorschriften. Ein zahlenmäßiger Rückgang der Studenten aufgrund von Studiengebühren war bislang nicht festzustellen, stand in der Süddeutschen Zeitung. Es stimmt also nicht, dass die Gebühren Leute davon abhalten, an die Uni zu gehen.
Muss sagen die studiengebuehren sind echt nichts im vergleich zu anderen laendern! siehe USA oder australien. hier in Oz kostet das studium knappe 9000 Euro pro Semester! was sind schon 500 eur. wenn ich 2 Tage die Woche 5 Stunden arbeite in Deutschland verdien ich knapp 5OO Eus pro Monat!! sollte schon moeglich sein!! ich seh hier studenten die sich den arsch abrackern nur um hier bleiben zu koennen und die verdienen weniger als deutsche. ausserdem kriegen studenten doch ueberall Rabatte und billigere Preise, beim MVV, Essen, Kinos usw. ich find auch das die Bildungsfreiheit floeten geht aber es hat schon seinen sinn wenn die gelder sinnvoll genutzt werden. Ansonsten stimm ich dir zu: Demos achen spass!!! ich wuerd trotzdem weiterhin hingehen, auch wenn auf einem schild nur omsn oder schildkroete steht.. (auch wombat is ne anregung ;) )
Add a comment

(required, max 20 characters)

(required, won't be published)

(optional)

(required)