1. Paella Auténtica

    Ich komm grad zurück aus Algemesí, ein Dorf nahe Valencia in dem mein ehemaliger Mitbewohner aus Augsburg Figu (rechts im Bild) aufgewachsen ist. Er war über's Wochenende zu Besuch und hat uns eingeladen "la mejor paella del mundo" zu probieren, zubereitet von seinem Vater höchstpersönlich. Und das kommt gut hin, das war bisher wirklich mit Abstand die beste Paella die ich hatte.

    Interessant war auch die Tradition rund um's Paella-Essen. Das Kochen ist "Männersache". Die Frauen saßen alle auf der Terasse quatschend während die Männer alle um die große Paella-Pfanne rumgestanden sind und gefachsimpelt haben wann jetzt welche Zutat reinmuss. Figu's Vater hat mir erzählt dass das Wasser in der Pfanne in genau 17 Minuten verdampfen muss damit der Geschmack perfekt wird - und das ist ihm auch gelungen :) Als die Paella fertig war wurde sie unter Applaus zu Tisch getragen. Zuerst bedienen sich alle Damen mit Teller. Danach setzen sich alle Männer um die Pfanne und essen direkt daraus. Ein sehr cooles und vor allem leckeres Erlebnis - danke Figu :)

    Hier Bilder vom Entstehungsprozess:

  2. Spanisch ist krass

    Was haben die spanischen Wörter voy, iba, fui, iré, iría, vaya, fuera, fuese, fuere, vas, ibas, fuiste, irás, irías, vayas, fueras, fueses, fueres, va, fue, irá, vamos, íbamos, fuimos, iremos, iríamos, vayamos, fuéramos, fuésemos, fuéremos, vais, ibais, fuisteis, iréis, iríais, vayáis, fuerais, fueseis, fuereis, van, iban, fueron, irán, irían, vayan, fueran, fuesen, fueren, ve, id, yendo und ido gemeinsam? Na? Genau, das sind alles verschiedene Ausprägungen des irregularen spanischen Verbs ir, je nach Zeit (inklusive Imperativ, Gerund und Subjunctivo), Person und Numerus.

    ir bedeutet auf Deutsch soviel wie gehen, das ist im Englischen auch maximal unregelmäßig. Schauen wir uns mal an wie viele verschiedene Formen das Verb to go im Englischen annehmen kann (ebenfalls inklusive allen Zeiten, Personen, Numeri, Imperativ und Gerund - Subjunctivo gibt's im Englischen nicht): go, goes, went, gone, going. Fällt was auf?

    Spanisch ist krass.

  3. MAIS OOUUUUIIIIII MON GA!!!


    königliche Pose vor dem Palacio Real in Madrid

    WOW, was für ein Trip! Ich weiß gar nicht womit ich anfangen soll. Ich war die letzten fünf Tage mit 50+ anderen ERASMUS-Studenten auf Reisen durch Zentral-Spanien. Unser erstes Ziel war Salamanca, ein hübsches Städchen westlich von Madrid. Es gibt dort eine wunderschöne Universität, mitten im Stadtzentrum. Außerdem eine beeindruckende Kathedrale im gotischen Stil, die voll ist mit Kunstwerken. Nach 2 Tagen Aufenthalt ging's weiter in die Hauptstadt: Madrid! Ich hatte schon eine große Stadt erwartet, aber die Ausmaße haben mich dann doch überrascht. SOOOOOOO VIELE Menschen. Überall. Man kommt sich vor wie in New York. Es gibt dort Fußgänger-Staus! Man kann manchmal einfach nicht weitergehen, weil der Weg vor dir vollgestopft ist mit Menschen. Und das 24 Stunden. Gibt's sowas auch in Berlin? Zwei weitere Auffälligkeiten des Stadtlebens waren extrem viele Goldhändler sowie extrem viele Prostituierte, die nicht nur nachts sondern auch tagsüber auffällig rumstehen. In Madrid haben wir den Königspalast besucht (konnten aber leider nicht rein, die Schlange war viel zu lang), die Kathedrale sowie ein Technologie-Museum. Das Museum war relativ langweilig, für den Preis (umsonst) allerdings sehenswert ;) Eigentlich wollte ich mir am Samstag abend noch das Fußball-Spiel Real vs. Getafe im berühmten Bernabéu-Stadium reinziehen. Ich hab sogar zum "Representen" mein Valencia-Trikot mitgenommen. Die billigsten Tickets haben allerdings 40 Euro gekostet. Das war's mir dann doch nicht wert. Wir hatten extrem viel Glück mit dem Wetter. Während dem gesamten Trip war blauer Himmel bei ~25 Grad, was für diese Jahreszeit selbst für Spanien relativ warm ist. Grund genug für ein traumhaftes Picknick im Parque del Buen Retiro im Herzen Madrids, herrlich :) Am Sonntag fuhren wir noch nach Toledo, einer imposanten Stadt südlich von Madrid im Mittelalter-Stil. Nach 4 Stunden Besichtigung ging's zurück nach Valencia.

    Und da wir ERASMUS-Studenten in Spanien sind, natürlich jeden Tag FIESTAAAAAA bis in die Morgenstunden, mit Schlafen war nicht soviel. In Salamanca waren wir zuerst brasilianisch essen, anschließend ging's in ne ERASMUS-Kneipe, die sogar "ERASMUS-Cafe" heißt (gibt's sowas in Deutschland?). Dann ging's in ne Chupiteria. Chupito bedeutet auf Deutsch Stamperl. Und ja, das ist das einzige was man dort machen kann. Stamperl trinken. Jeder für 1 Euro. Absinth 1,70. Krank oder? Solche Läden gibt's glaub ich nur in Spanien. Anschließend ging's in nen sehr sehr geilen Club mit Live-Band. Und da der Eintritt überall umsonst war, danach noch in zwei andere Clubs. Die nächste Nacht begannen wir mit einer Botellón im Park bis die Polizei sie auflöste. Weiter ging's in unserem Hotel bis die Leute von der Rezeption uns "freundlich baten" den Ort zu wechslen. Also wieder in nen Club, diesmal Playboy-Party mit den ERASMUS-Studenten aus Salamanca! Am Samstag feierten wir Halloween in Madrid, was in Spanien wohl eine ganze Woche lang gefeiert wird, den Verkleidungen der Leute nach zu urteilen. Nach der Botellón ging's in LA KAPITAL, einem 7-stöckigen Club. 17 Euro Eintritt mit einem Freigetränk. Hört sich viel an, war aber jeden Cent wert. Der Club war der absolute Hammer! Extrem pumpende Anlage, Musik genau nach meinem Geschmack, Live-Drum-Show, professionelle Tänzer. An der Decke des Main-Floors hatten sie eine Art Extrem-Nebelmaschine installiert, keine Ahnung was das war. Wenn die das Ding angemacht haben, kam eine riesen Menge kalter Nebel extrem druckvoll von oben auf den Dancefloor geschossen, nach 2 Sekunden war alles weiß. Sehr erfrischend und beeindruckendes Feeling. Was für eine Nacht... :)

    Ich hab auf dem Trip definitiv mehr Stunden mit Feiern verbracht als mit Besichtigungen. Ich frag mich wie die Spanier überhaupt irgendwas gebacken kriegen, so exzessiv wie die immer feiern. Egal ob Valencia, Sevilla oder Madrid, alle Clubs sind bis morgens gebrochen voll. Und das jeden Tag. Und da die Parties immer im vom allerfeinsten sind, könnte ich glaub ich niemals in Spanien ernsthaft studieren. Ich würde mein Studium nicht gebacken kriegen. Zuviel Party.

    Organisiert wurde der Trip von zwei Jungs aus Valencia, die für die ERASMUS-Assoziation erasmusvalencia.com arbeiten. Die ham echt nen VERDAMMT guten Job gemacht, hätte man nicht besser organisieren können. Das tolle an den spanischen ERASMUS-Assoziationen ist, dass die Spanien-weit zusammenarbeiten. So wurde die Planung des Nachtlebens in Salamanca von der dort ansässigen ERASMUS-Assoziation übernommen. Die Reisekollegen waren auch alle sehr nett, eine bunte lustige Mischung aus europäischen Studenten. Ohne die wäre das alles nur halb so geil gewesen.

    Hier die best-ofs, unterteilt nach Städten:

    Salamanca

    Madrid

    Toledo

    Eine "extended-Version" der Fotos findet ihr wie immer auf Facebook.

    UNA VIAJE DE PUTA MADRE!!! So, jetzt ist es an der Zeit für mich mal wieder einen Gang runterzuschalten. Bachelorarbeit ruft! Grüße nach Deutschland, und nicht vergessen: berichtet mir immer schön was bei euch so geht! Un abrazo a todos

  4. Sevilla es una maravilla

    Ich komm gerade zurück von einem dermaßen spanischen 4-Tages-Trip nach Sevilla, der Hauptstadt Andalusiens! Dermaßen spanisch allein schon wegen der Besetzung:

    v.l.n.r.:

    • Guiseppe, unglaublich witziger Italiener und ehemaliger Erasmus-Student. Hat sich dann entschieden zu bleiben und lebt nun schon seit 9 Jahren in Valencia (Entscheidung kann ich nachvollziehen). Guiseppe war außerdem so freundlich sein Auto (im Hintergrund) für den Trip zur Verfügung zu stellen.
    • Jose, der freundliche Spanier der mir die ersten paar Tage meines Valencia-Aufenthalts Obdach gebar. Er war es, der mich auf die Reise einlud.
    • Jose's Freundin Elisa. Ebenfalls Italienerin die sich entschied in Valencia zu bleiben und jetzt in einer Pizzeria arbeitet.
    • meine Exzellenz
    • Jose's Bruder Alejandro. Stets bemüht mir Spanisch beizubringen und außerdem mein Gym-Kollege.

    In Sevilla lebten wir im Haus von Paz, einer Freundin von Jose, so dass wir angenehmerweise nichts für's Übernachten bezahlen mussten :) Paz führte uns zu den besten Restaurants und zeigte uns außerdem alle Sehenswürdigkeiten der Stadt. In Sevilla befindet sich zum Beispiel der berühmte Plaza de España, der aufgrund seiner Schönheit schon einmal Kulisse von Star-Wars Episode 1 spielen durfte. Sevilla ist außerdem berühmt für den Flamenco-Tanz sowie die Produktion von wunderschönen Abanicos (Fächern).

    Doch der größte Genuss war das Essen. Nicht nur aufgrund der guten Qualität sondern vor allem wegen der Esskultur. Am Samstag waren wir in mindestens 15 verschiedenen Restaurants/Bars, in jeder gab's zum Bier Tapas (vergleichbar mit Finger-food). Man isst über den Tag verteilt so an die 20 verschiedene kleine Mahlzeiten. Von Oliven, gegrillten Kalamari, fritierten Gurken über Muscheln bis hin zum typischen Jamon war alles vertreten. Am Ende des Tages ist man nicht nur ziemlich satt sondern auch ziemlich betrunken. Optimal um ins bebende Nachtleben abzutauchen. Unglaublich spanisch und unglaublich gut.

    Das Wetter war mit satten 35 Grad tagsüber auch mehr als angenehm. Will gar nicht wissen wie heiß es da unten im Hochsommer ist. Es gibt das Sprichwort "En Sevilla la lluvia es una maravilla" (dt. In Sevilla ist der Regen wunderbar).

    Ich habe viele neue Eindrücke gewonnen und viel neues gelernt. Unter anderem auch dass sich das "richtige" Spanisch (wie es die Einheimischen sprechen) so zirka 3-4 Universen entfernt von dem "Erasmus-Spanisch" befindet, wie ich es in der Regel mit anderen Nicht-Spaniern zu sprechen pflege.

    Dabei sind die Valenzianer ja noch verhältnismäßig verständlich (zumindest solange sie nicht plötzlich anfangen katalanisch zu sprechen, was gelegentlich mal vorkommt). Der lokale Dialekt des Kastellanischen in Andalusien entspricht nochmal 2 Universen Distanz oben drauf. Zum Beispiel lassen die immer das letzte "s" bei Wörtern weg. Die sagen "Gracia" anstatt "Gracias". Oder als Extrembeispiel "Cuanto persona soi? Sei?" anstatt "Cuantos personas sois? Seis?". Gelegentlich auch mal ganze Wort-Endungen. "Andalucia" wird "Andalu" genannt. Hinzu kommt dass sie das "c" und "s" vertauscht aussprechen. Das "s" wird also zum englischen "th" und das "c" zum deutschen "s", wenn es vor einem "i" oder "e" steht. Sevilla wird also englisch "Theveeya" ausgesprochen.

    Hier die best-ofs:

    Ich hoffe es geht euch auch gut! Berichtet mir aus der Heimat!

 « newer entries 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 older entries »