1. Petition gegen Internetzensur

    Petition gegen Internetzensur hier unterschreiben. Jetzt.

    Wieso?

    Ein paar Argumente:

    • Die Zensur wird Pädophile nicht davon abhalten, kinderpornographische Inhalte zu sehen, da man die Sperren umgehen kann.
    • Das Sperren von Webseiten mit kinderpornographischen Inhalten schützt nicht vor Kindesmissbrauch. Anstatt das Problem an der Wurzel zu beheben (Server abschalten, Anbieter der Inhalte verfolgen) werden lediglich die Provider gezwungen, den Zugang zu sperren. Das ist genauso wie wenn jemand auf der Straße zusammengeschlagen wird und man stellt ne Mauer davor, damit es niemand sieht. Damit ist dem Geschlagenen nicht geholfen und wer will, kann drüber klettern, um es dennoch zu sehen.
    • die Zensurlisten werden vom BKA erstellt und weder von einem Richter noch sonst wem kontrolliert. Damit wird ein mächtiges Zensurinstrument erschaffen, dem leicht harmlose Websites zum Opfer fallen können. In die Öffentlichkeit geratene Zensurlisten aus Australien und Skandinavien mit gleichen Gesetzen enthielten bereits zahlreiche URLs, die nichts mit Kinderpornographie zu tun haben (z.B. pokerstars.com).

    Wem das nicht genügt, hier noch mehr Argumente:

    Natürlich muss man Kinderpornographie bekämpfen. Aber dieser Gesetzesentwurf ist wirkungslos und steckt voller Missbrauchsgefahr. Also Petition gegen Internetzensur hier unterschreiben. Geht auch wirklich schnell.

    Internetzensur in Action kann man schön am Beispiel China sehen. Geht mal auf baidu.cn, eine große chinesische Suchmaschine und sucht nach dem Begriff "falun gong".

    *** update 16. Juni 2009 ***

    Woohoo, die 128.000er-Marke wurde soeben geknackt. Damit ist das die erfolgreichste Petition, die es je in Deutschland gegeben hat.

  2. Beer Butt Chicken

    Danke an Chefkoch Marius für diese kulinarische Bereicherung. Rezept:

    • 2x ganzes Hähnchen
    • 2x 0,5 Liter Dosen Bier
    • 2x Knoblauch-Zehen
    • Salz, Pfeffer, Öl, Thymian

    Zubereitung: Aus den Knoblauch-Zehen, Salz, Pfeffer, Öl und Thymian eine Marinade mischen und Hähnchen gut damit einreiben. Die beiden Dosen öffnen und in Hähnchen "einführen". Bei 200 Grad ca. 1 Stunde in Umluftherd stellen, bis die Hähnchen goldbraun sind. Mit beliebiger Beilage servieren. DELICIOUS!

  3. OMSNATION Vol. 2

    Am 24.4.09 steigt die die Party des Jahrmillionst: OMSNATION Vol. 2 steht in den Startlöchern! Wir haben mal wieder die geilsten DJs am Start und uns viele interaktiven Specials ausgedacht, die das Web 2.0 auf den Dancefloor holen und die Party zu einem einzigartigen Erlebnis machen.

    Jeder kann im Vorfeld auf unserer Website abstimmen, welche Musik er gerne hören will. Aus allen Vorschlägen erstellen wir eine Playlist, die wir zur Prime-Time abspielen werden. Davor und danach heizen euch the world-famous-incredibly-unique DJ fresh-e und ULTRA-SPECIAL-GUEST DJ Beatnik aus Montreal, Kanada, mit Club-Sound ordentlich ein. Vor Ort kann jeder die optischen Visualizations mitbestimmen. Auf insgesamt drei Beamern schmeißen wir ein zeitversetztes Live-Video, Echtzeit-Fotos von der Party, OMSN-Art sowie von Gästen auf einem Tablet angefertigte Zeichnungen an die Wand. Wir haben die beste Anlage Augsburgs und die billigsten Getränke-Preise der Stadt (Augustiner 1 Euro).

    Aus dem daraus entstehenden Kausal-Zusammenhang besteht Anwesenheitspflicht für alle, die sich am 24.4. auf dem Planeten Erde befinden.

    Und dank der Design- und Django-Magic von Daniel von breakthesystem haben wir für OMSNATION Volume 2 sogar eine eigene Website! Also gleich mal angucken und für Musik voten!

    OMSNATION KICKS ASS !!!!!!!!!!!!!!!

  4. Positionizer Relaunched

    Ich hab das Projekt Positionizer überarbeitet und soeben hochgeladen. Das Layout ist jetzt noch hübscher, einige Bugs sind beseitigt und es gibt jetzt eine API! Ist das nicht toll? Trotzdem hab ich sicherlich nicht genug getestet, also bitte meldet Bugs oder sonstige Auffälligkeiten.

    Wie findet ihr den neuen Positionizer?

  5. Conficker Wurm

    Ich bin gerade auf eine sehr interessante Anaylse des derzeitig stark im Internet kursierenden Wurms Conficker gestoßen. Die Analyse wurde (u.a.) vom amerikanischen Militär in Auftrag gegeben und vom Stanford Research Institute (SRI) durchgeführt.

    Aktuell sollen weltweit über 10 Millionen Rechner mit dem Conficker-Wurm infiziert sein. 25% davon stehen in China. Spiegel Online behauptet sogar, es sind weltweit über 50 Millionen Rechner. Solche Zahlen sind im Grunde nichts besonderes, ähnliche Epidemien lösten bereits Sasser 2004 oder Storm 2007 aus, ohne bisher nennenswerte Folgen. Das SRI behauptet jedoch nun, der Conficker-Wurm stelle eine neue Form von Bedrohung dar, die nicht nur ganze Nationen, sondern sogar das ganze Internet lahmlegen könnte:

    Perhaps the most obvious frightening aspect of Conficker C is its clear potential to do harm. Among the long history of malware epidemics, very few can claim sustained worldwide infiltration of multiple millions of infected drones. Perhaps in the best case, Conficker may be used as a sustained and profitable platform for massive Internet fraud and theft. In the worst case, Conficker could be turned into a powerful offensive weapon for performing concerted information warfare attacks that could disrupt not just countries, but the Internet itself.

    Wow. Was ist denn das bitte für ein übler Wurm? Anlass genug, da mal einen Blick reinzuwerfen:

    Conficker A, B, B++ und C

    Das SRI bezeichnet die auftauchenden Varianten des Wurms chronologisch mit Buchstaben. Conficker A tauchte zum ersten mal am 20. November 2008 auf und nutzt eine Windows-Schwachstelle (MS08-67), um sich in fremde PCs einzuschleusen. Conficker B brute-forced überdies noch Passwörter von Netzwerk-Rechnern und ist in der Lage sich über USB-Sticks zu verbreiten. Die neueste Version - Conficker C - wurde am 5. März entdeckt und beinhaltet nur noch ca. 15% des ursprünglichen Codes.

    Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein

    Sobald Conficker erfolgreich in einen PC eingedrungen ist, kopiert er sich in eine DLL-Datei zufällig generierten Namens in C:WindowsSystem32, C:Program Files oder C:Temp, schaltet Windows-Updates sowie Windows-Defender ab und blockt durch Manipulation der Windows-internen DNS-API eine Liste von Internet-Seiten, die Schutz-Software gegen den Wurm anbieten. Außerdem sucht der Wurm einmal pro Sekunde nach 23 verschiedenen Sicherheits-Prozessen (z.B. malware removal tools, security patches, etc.) und terminiert diese sofort, sobald aufgetaucht.

    Interessant auch folgender Abschnitt, der beschreibt, wie Conficker seine Anwesenheit zur Laufzeit verheimlicht:

    Conficker uses a simple, but effective, mechanism to cloak its runtime presence. First, although the service is started through svchost.exe, it is not visible in the service manager because its DisplayName is set to be empty and type is set to be invisible. Second, unlike well-behaved DLLs, the Conficker DLL initialization function never returns. Hence, it is not added to the DLL list of the process. However, since the DLL is added as part of a group that includes other well-behaved services in the netsvcs group, the instance of svchost.exe does not get terminated, allowing Conficker to run behind the scenes.

    Um ungestört nach außen kommunizieren zu können, wird die Windows-Firewall für einige hochzahlige UDP und TCP Ports abgeschalten. Das geschieht durch entsprechende Manipulation der Windows-Registry, welche auch dafür verwendet wird, eine Initialisierung des Conficker-Prozesses bei jedem PC-Neustart zu gewährleisten.

    Das Conficker Botnetz

    Die wesentliche Intention der Conficker-Autoren ist die Schaffung eines riesigen, weltweiten Botnetzes. Also ein Netz von PCs, die durch die Wurm-Infektion zentral gesteuert werden können. Laut Wikipedia wird das bisherige Conficker-Botnetz bereits dafür benutzt, 10 Milliarden Spam-Mails pro Tag zu versenden. Schau an.

    Um Anweisungen erhalten zu können, müssen die PCs des Botnetzes irgendwie Kontakt mit den Autoren des Wurms aufnehmen oder vice versa. Der Server, über den das geschieht, wird Rendevouz Point genannt. Die Wissenschaftler vom SRI heben hervor, dass die Programm-Logik hinter dieser Kommunikation die Stärke des Wurms ausmacht. Conficker C benutzt dafür einen Domain Generation Algorithmus, der 50.000 pontentielle Rendevouz Points berechnet, und das alle 24 Stunden aufs neue. Davon tatsächlich abgefragt werden 500. Interessant ist die interne Blacklist des Conficker-Wurms, welche IP-Adressen für einen Rendevouz-Point nicht in Frage kommen. Wenn man sich die Liste anschaut, weiß man warum.

    Der Conficker-Wurm beinhaltet außerdem ein eigenes Peer-to-Peer (P2P) Protokoll, das infizierten PCs erlaubt miteinander zu kommunizieren und Daten auszutauschen. Jeder PC kann dabei als Client und Server zugleich operieren.

    Bemerkenswert beim Datenaustausch innerhalb des Conficker-Botnetzes ist die Aktualität der verwendeten Krypto-Systeme. Conficker C verwendet die drei Hash-Algorithmen RC4, RSA und MD-6 von Dr. Ron Rivest, MIT. MD-6 ist ungefähr zur gleichen Zeit veröffentlich worden, wie das erste Auftreten von Conficker A und gilt als die neueste Hash-Funktion überhaupt. Mitte Januar wurde ein Buffer Overflow im MD-6 gefunden, der daraufhin erschienene Fix wurde bereits kurz darauf in der MD-6 Implementierung von Conficker C nachgewiesen. Die Conficker-Autoren legen also sehr viel Wert auf unknackbare Verschlüsselung und digitale Signaturen.

    Gut gegen Böse

    Der Artikel ist auch deswegen äußerst interessant, weil er sehr schön den harten Kampf der "bösen Hacker" gegen die "guten Regierungsforscher" demonstriert.

    Die Wissenschaftler vom SRI betreiben so genannte Honeynets. Das ist ein riesiges, mit dem Internet verbundenes Netzwerk von Servern (Honeypots), die jeden externen Zugriff protokollieren. Wird ein Rechner des Honeynets angegriffen und infiziert, lässt sich so das anschließende Verhalten der Schadsoftware genau analysieren. Es wird versucht, so Teile des Wurm-Quellcodes mittels Reverse Engineering zu rekonstruieren, sowie die Identität des Angreifers festzustellen.

    Das wissen die Hacker natürlich und setzen deswegen alles daran, Rückschlüsse auf den Code so schwierig wie möglich zu gestalten. Im Artikel erwähnte Techniken dafür sind das Verschleiern von Windows-API Calls sowie zahlreiche sinnlose Registry-Einträge, um von echten Modifikationen abzulenken.

    Noch weiß man nicht, wer der Autor/die Autoren dieses revolutionären Wurms ist/sind. Allerdings war in Conficker A ein Keyboard-Check eingebaut. Verwendete der infizierte Rechner ein ukrainisches Keyboard, beging der Wurm Selbstmord. Das lässt natürlich darauf spekulieren, dass der Wurm ukrainischen Ursprungs ist. Außerdem entdeckten die Wissenschaftler vom SRI in ihren infizierten Rechner zwei verdächtige Verbindungs-Versuche, die nachweislich aufgrund von Versionsunterschieden "händisch", also von den Autoren des Wurms selbst, ausgelöst worden sein müssen:

    Connection 1: 81.23.XX.XX - Kyivstar.net, Kiev, Ukraine
    Connection 2: 200.68.XX.XXX - Alternativagratis.com, Buenos Aires, Argentina
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