1. Studienstiftung Auswahlseminar: Erfahrungsbericht

    Max Weber 1917

    Nachfolgend mein Erfahrungsbericht über meinen Besuch eines Auswahlseminars zur Aufnahme in das Max Weber-Programm Bayern. Stattgefunden am 14./15. März 2009 in Dachau bei München. Das Max Weber-Programm ist ein vom Freistaat Bayern in Auftrag gegebenes und von der Studienstiftung des deutschen Volkes durchgeführtes Studenten-Förderungsprogramm. Das Auswahlseminar unterscheidet sich nach Aussagen einiger Teilnehmer, die bereits beide Seminare besucht hatten, nur wenig von den allgemeinen Auswahlseminaren der deutschen Studienstiftung.

    Motivation

    Da mir Erfahrungsberichte anderer Studenten im Vorfeld geholfen haben, mir ein konkreteres Bild von dem Seminar machen zu können, entschied ich mich auch meine eigenen Erfahrungen zu veröffentlichen. Ich hoffe dadurch im Auswahlverfahren der deutschen Studienstiftung befindliche Kommilitonen/-innen einen Teil der Ungewissheit zu nehmen und die Vorbereitung auf das Wochenende zu erleichtern.

    Ausdrücklicher Hinweis: alle nachfolgenden Tipps spiegeln rein meine persönlichen Meinung wider, die sich aus eigener Erfahrung und zahlreichen Gesprächen mit Mitbewerbern vor Ort gebildet hat. Nichts davon entstammt offiziellen Feedbacks von der Auswahlkommission oder Vertretern der Studienstiftung.

    Das Auswahlseminar

    Das Auswahlseminar erstreckt sich über ein Wochenende und gliedert sich in drei wesentliche "Disziplinen": Gruppendiskussionen, Allgemeines Einzelgespräch und Fachliches Einzelgespräch. Bei Ankunft am Veranstaltungsort kann man den persönlichen Ablaufplan einsehen. Die Auswahlkommission bestand bei uns mehrheitlich aus Universitäts-Professoren/-innen verschiedener Fachrichtungen. Die restlichen Mitglieder kamen aus der freien Wirtschaft. Erwähnenswert ist, dass die Mitglieder der Kommission auf ehrenamtlicher Basis arbeiten.

    Vortrag und Gruppendiskussionen

    Man wird im Vorfeld gebeten, einen 10-minütigen Kurzvortrag aus seinem Fach- oder persönlichem Interessensgebiet vorzubereiten. Bei der Themenwahl soll besonders darauf geachtet werden, dass der Vortrag eine gute Grundlage für eine anschließende Diskussion schafft. Es bietet sich daher an, ein Thema zu wählen, dessen Inhalt möglichst viele Studenten betrifft oder mit dem die meisten schon mal konfrontiert wurden. Je kontroverser, desto besser. Aktualität ist ebenfalls ein Bonus. Ich habe mich für das Thema "die schleichende Macht der Suchmaschinen" entschieden, da jeder Student in seinem Leben schon einmal Google benutzt hat und das Thema angemessenen Spielraum für Grundsatzdiskussionen bietet. Die Wahl hat sich als gut herausgestellt, es wurde 20 Minuten durchdiskutiert. Es ist empfehlenswert, sich im Vorhinein ein paar Fragen / Statements zum Thema zu überlegen, um die Diskussion einzuleiten und anzuheizen, wenn sie ins Stocken gerät.

    Wer noch nicht viel Erfahrung im Halten von Vorträgen hat, sollte sich vorher ein paar allgemeine Tipps druchlesen. Das hatte bei mir niemand nötig. Alle Referenten meiner Gruppe schienen sehr erfahren und hatten einen sehr professionellen Vortragsstil.

    Vor Ort werden die Teilnehmer in feste 5er-Gruppen aufgeteilt, innerhalb deren jedes Mitglied vor den 4 anderen Gruppen-Mitgliedern sowie einem Kommissions-Mitglied seinen Vortrag halten muss. Anschließend wird pro Vortrag 20 Minuten lang über das vorgetragene Thema diskutiert. Man muss sich also 4 Vorträge anhören und darüber diskutieren, sowie einen selbst halten und dessen anschließende Diskussion leiten. Gruppen-Mitglieder und Kommissions-Mitglied sind in jeder Diskussionsrunde die Gleichen. Das Kommissions-Mitglied beteiligt sich an dem Prozetere in keiner Weise und gibt auch kein anschließendes Feedback.

    Man neigt dazu, seinen Vortrag zu fachlich zu gestalten. Zum einen weil man meist einfach zu tief in dem Thema drin ist, zum anderen weil man das Kommissions-Mitglied mit seinem Wissen beeindrucken will. Im Normalfall kommen alle Gruppen-Mitglieder aus verschiedenen Fachrichtungen. Deswegen ist bei zu fach-spezifischen Themen die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Zuhörer den Inhalt nicht verstehen und anschließend dementsprechend wenig zur Diskussion beitragen können. Versuche den Vortrag so einfach und verständlich wie möglich zu halten. Wenn Fachbegriffe darin vorkommen, erkläre diese genau und für jeden Laien verständlich. Nur so ist gewährleistet, dass die anschließende Diskussion keiner Fragestunde gleicht. Man sollte außerdem darauf achten, dass man die Zeitvorgaben möglichst exakt einhält, da darauf sehr viel Wert gelegt wurde. Halte am besten den Vortrag 1-2 mal vor deinen Eltern / Mitbewohnern / Studienkollegen (möglichst anderer Fachrichtung), stoppe dabei die Zeit und kontrolliere anschließend ob jeder Deiner Zuhörer den Inhalt Deines Vortrags verstanden hat.

    Diskutiere bei den Vorträgen Deiner Mitbewerber fleißig mit, auch darauf wird geachtet. Das zeigt, dass Du auch interdisziplinäres Interesse besitzt und Deine eigene Meinung vertrittst.

    Also nochmal zusammenfassend:

    • Themenwahl: Nicht zu fach-spezifisch, jeden irgendwie betreffend
    • Bonus: Möglichst aktuelles und kontroverses Thema
    • keep it simple, stupid: Gestalte den Inhalt für jeden Laien verständlich, erkläre Fachbegriffe
    • überlege Dir mögliche Fragen, um die Diskussion anzuregen
    • lese Dir allgemeine Tipps zum Halten von Vorträgen durch
    • halte den Vortrag mindestens 1-2 mal vor fachfremden Personen, um
      • zu überprüfen, ob der Inhalt verständlich genug ist
      • die Zeit zu stoppen
    • Am Ende der Diskussion: Fasse alle angesprochenen Meinungen noch einmal zusammen
    • diskutiere fleißig bei den Vorträgen Deiner Mitbewerber mit

    Allgemeines Einzelgespräch

    Das Allgemeine Einzelgespräch führt man in der Regel mit einem Kommissions-Mitglied aus einer anderen Fachrichtung. Sei also darauf vorbereitet, dass das Dein Prüfer in "anderen Sphären denkt", um es mal drastisch auszudrücken. So unterschiedlich wie die Fachrichtungen der Kommissions-Mitglieder, genauso unterschiedlich verliefen die Gespräche. Deswegen tue ich mich schwer, hier allgemeine Tipps zu geben. Es mag nützlich sein, sich folgendes ins Bewusstsein zu rufen:

    Von den Bewerbern wird erwartet, dass sie sich neben fachlicher Exzellenz auszeichnen durch vielseitiges Engagement, kreative Intelligenz, kommunikative und soziale Kompetenz und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

    Quelle: www.elitenetzwerk.bayern.de/147.0.html

    Um das festzustellen, wird meist verstärkt auf den eingereichten Lebenslauf eingegangen. Beliebte Fragen im Allgemeinen Einzelgespräch waren außerdem:

    • "Wieso haben Sie sich für die [Name Deiner Uni/Hochschule] entschieden?"
    • "Was ist Ihr Berufswunsch?"
    • "Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?"
    • "Welches Buch würden Sie Ihren Freunden empfehlen?"
    • "Wie wichtig ist soziales Engagement für Sie?"
    • "Was war das schönste und schlimmste Ereignis während Ihrer Schulzeit/Studium/Auslandsaufenthalt/etc.?"
    • "Nennen Sie drei Stärken und drei Schwächen"

    Fragen zu aktuellen politischen und wirtschaftlichen Themen waren ebenfalls beliebt. Es empfiehlt sich also, vorher ein bisschen Zeitung zu lesen.

    Fachliches Einzelgespräch

    Einstein macht Urlaub

    Das Fachliche Gespräch führt man (naheliegenderweise) mit einem Kommissions-Mitglied gleichen oder ähnlichen Fachs. Auch hier verliefen die Gespräche sehr unterschiedlich. Manche berichteten, es wurde nichts fachliches gefragt, andere wurden über den Stoff ihres Studiums regelrecht ausgequetscht. Der Grund für diesen Unterschied mag die Tatsache sein, dass man seine fachliche Exzellenz ja eigentlich schon durch pure Seminar-Anwesenheit bewiesen hat, insofern vor Einladung eine Vorauswahl der Bewerber stattgefunden hat. Deswegen beschränken sich einige Prüfer auf allgemeinere Fragen.

    Auch mir wurden viele fachlichen Fragen gestellt. Deswegen ein Tipp zur Vorbereitung: liste auf Papier nochmal alle Vorlesungen auf, sowie dessen jeweiligen Inhalt (im Stile einer Gliederung), die Du bisher in Deinem Studium gehört hast. Das erschlägt natürlich keinesfalls detaillierte Fachfragen, aber man kommt nicht in die peinliche Situation, in der man gefragt wird, was man im 2. Semester denn alles gehört hat und sich weder an Namen noch Inhalt der Vorlesungen erinnern kann.

    Wie wird bewertet?

    Jedes beteiligte Kommissions-Mitglied kann dem Bewerber für seine 3 Leistungen (Vortrag inkl. Gruppendiskussionen, Allgemeines Einzelgespräch und Fachliches Einzelgespräch) bis zu 10 Punkte erteilen. Maximal kann ein Bewerber also 30 Punkte erreichen. Um ein Stipendium zu bekommen, muss man mindestens 21 Punkte erhalten, wobei zwei Leistungen mit mindestens 8 Punkten bewertet worden sein müssen. So erreicht man mit 7 + 7 + 7 = 21 zwar die Mindestpunktzahl, wird aber trotzdem nicht aufgenommen.

    Zum Schluss

    Was mir positiv aufgefallen ist: Alle Mitbewerber waren äußerst freundlich und hilfsbereit. Mancher befürchtet, es herrsche dort (gerade in den Gruppendiskussionen) eine Art Konkurrenzkampf. Davon war nichts zu spüren. Freut Euch auf ein lehrreiches Wochenende und auf viele neue, interessante Bekanntschaften und Gespräche. Ob Ihr aufgenommen werdet oder nicht, ist nicht zuletzt auch ein wenig Glückssache.

    Links:

    Hab ich was vergessen? Wie sind Eure Erfahrungen? Sinnvolle Ergänzungen nehme ich gerne in den Beitrag mit auf.

  2. Yo dawg, where are my bees at?

    Es folgt ein Reisebericht über unseren Kurztrip nach Maastricht und Amsterdam zu Ehren des Geburtstags von s1m0nz0n.

    Nach Ankunft in Maastricht und kurzem Stadtrundgang begleiteten wir Simon zur Universiteit de Maastricht und haben uns eine Vorlesung über die Behandlung von Depressionen aus ökonomischer Perspektive angeschaut (oder so ähnlich), während Simon einen Mathe-Test absolvierte. Yoar, durchaus interessant.

    Am nächsten morgen ging's zusammen mit Simon's Freundin Meg und seinem mehr als ubercoolen Nachbarn Michael aus Kanada auf nach Sin City aka. Amsterdam. Im dortigen Hotel komplettierte Anton unsere Party-Crew. Nach Besuch einer Richard Avedon Austellung im Fotografie-Museum und einem sehr gutem italienischen Restaurant heizte uns Ellen Alien im Melkweg ordentlich ein.

    Das restliche Wochenende nutzten wir, um uns die Stadt anzuschauen. Amsterdam macht einen sehr sympathischen Eindruck. Die Stadt scheint sehr liberal, weltoffen und multikulturell zu sein. Mit gerade einmal 750.000 Einwohnern ist sie deutlich kleiner und überschaubarer als ich angenommen hatte. Das Stadtbild ist nicht nur architektonisch sehr schön, die zahlreichen, kleinen, quer durch die Stadt verlaufenden Grachten (Bäche) mit den vielen Brücken verschaffen der Stadt einen ganz eigenen Flair, an den man sich schnell gewöhnen kann.

    Rückblickend ein sehr lohnenswerter Ausflug, auch wenn ich mir jetzt ein neues Autoradio kaufen darf... Hier die best-ofs:

    Hier noch der beste Break des Abends. 2000 and One und Ellen Alien @ Melkweg, Amsterdam:

  3. help the honeybees

    It is a fact of nature: When a honey bee returns to the hive after finding a good source of nectar, it will perform a unique dance for its hive mates, detailing the distance, quality and quantity of the new food supply.
    Sadly, honey bees are mysteriously vanishing in staggering numbers - a crisis known as Colony Collapse disorder - which is alarming considering honey bees are responsible for pollinating one-third of our natural food supply.

    Marketing kann so schön sein. Das meiner Meinung nach beste Youtube-Video 2008:

    thx @DOMPTZNALDA.

  4. Cape Town

    Ein kurzer Reisebericht über meinen 10-tägigen Aufenthalt in Kapstadt: über Silvester sind wir zu einem Open-Air Konzert in wunderschöner Lage mit Ausblick über der Stadt gefahren, unwissend dass sie dort keinen Alkohol verkaufen. Der Show-Act war u.a. Goldfish, ein südafrikanisches DJ-Duo, die neben Auflegen jazziger House-Nummern auch gerne mal selber zum Blasinstrument griffen. Hat mir gut gefallen. Enttäuschend dagegen waren die ausbleibenden Raketenexplosionen um Mitternacht. In ganz Kapstadt waren vielleicht zwei Raketen zu sehen. Schon komisch. Später erzählten mir zwei Jungs aus Durban, dass es in ganz Südafrika unüblich ist, das neue Jahr mit einem Feuerwerk zu begrüßen. Man zählt einfach nur laut den Countdown runter und freut sich.
    Dennoch war der Aufenthalt dort keineswegs ein "Kulturschock". Die ganze Stadt ist außerordentlich modern, westlich orientiert und der Lebensstandard im Allgemeinen hoch. Doch nicht jeder dort hat gleiche Start-Chancen. In den Slums (den sog. Townships) rund um Kapstadt leben Millionen Menschen in Blechhütten unter der Armutsgrenze und das ist auch in der Innenstadt zu spüren. Es gibt viele Bettler und auch die Kriminalität ist nach wie vor ein großes Problem. Alle Polizisten tragen kugelsichere Westen und es existieren Crime Prevention Units. Fast alle Häuser sind durch hohen Mauern und Stacheldraht geschützt und werden zusätzlich von privaten Sicherheitsfirmen bewacht. Wer mehr über die Zustände dort erfahren will, dem empfehle ich den Film Tsotsi, der das Leben eines Gang-Leaders in Johannesburg zeigt.
    Fortuna meinte es gut mit uns, so hatten wir den kompletten Aufenthalt über blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein bei 30 Grad. Neben Ausflügen nach Robben Island, zum Weingut Spier und auf den Tafelberg haben wir die meiste Zeit am Strand verbracht, gelegentlich unterbrochen durch kulinarische Hochgenüsse und ausgiebige Party-Nächte. Kapstadt zählt ab sofort zu meinen Lieblingsstädten, ich kann einen Reise dorthin nur wärmstens empfehlen.
    Doch nun genug geschwafelt, Bilder sagen mehr als Worte, hier die best-ofs:

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